Jan Knupper · Fürsthof 21 · 24534 Neumünster · jan@knupper.info

Nach dem Tod - nichts?


bestattungskultur 01.2020


Für viele Jenseitsvorstellungen ist das endgültige Erlöschen, das Nirwana oder schlicht das Nichts eine Hoffnung: nämlich die Befreiung von allen Leiden. Aber der Mensch fürchtet sich auch vor dem Nichts. Denn wie kann man etwas begreifen, das es schon vom Begriff her nicht gibt? Das Nichts ist ein Thema, das in der Philosophie von jeher einen festen Platz hat. Auch in den Religionen und sogar in der fundamentalsten Naturwissenschaft, der Kosmologie, spielt das Nichts eine wichtige Rolle.

Ist das Nichts etwas?

Das Lebensende wird oft mit einer Kerze symbolisiert. Das Fackeln des Lichts steht für das Leben. Am Ende wird das Feuer schwächer und erlischt. Der letzte Rauch verschwindet im Nirgendwo. Nichts ist mehr. Das Leben ist zu Ende.

Was kommt danach? Für einen Atheisten stellt sich diese Frage nicht. Er beschränkt sein Denken auf das Diesseits. Nach dem Tod kommt nichts. Schon der griechische Philosoph Epikur hielt den Tod für belanglos: Solange wir da sind, ist der Tod nicht da, und wenn er da ist, sind wir nicht mehr. Der Tod geht den Menschen nichts an. Allein das Leben zählt.

Der Gedanke, dass nach dem Tod nichts mehr kommt, ist genauso naheliegend wie unfassbar. Deshalb haben sich in der Geschichte der Menschheit auch Auffassungen entwickelt, die nach dem Tod nicht nichts erwarten, sondern das Nichts – und das ist ein feiner Unterschied.

Ganze Bücher wurden über das Nichts geschrieben. Sartres Das Sein und das Nichts und Heideggers Was ist Metaphysik? beschäftigen sich damit. Für Sartre ist das Nichts die Bedingung für die Freiheit des Menschen. Erst im Angesicht des Nichts wird der Mensch wirklich frei. Nach Heidegger ist das Nichts die Voraussetzung für das Sein. Das Nichts ist im Vergleich zum Sein das Andere schlechthin. Heideggers Nichts ist so mächtig, dass es sogar etwas tut: Es nichtet – und sorgt damit beim Menschen für das Gefühl der Angst. Das Nichts ist das Sein zum Tode. Es ist rätselhaft und fremd.

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Der vollständige Artikel ist im Magazin bestattungskultur (Januar 2020) nachzulesen.


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